Mikroplastik in Kosmetik erkennen und vermeiden

Mikroplastik ist längst nicht mehr nur ein Umweltthema – es steckt in vielen Kosmetikprodukten, oft ohne dass man es auf den ersten Blick erkennt. Hier erklären wir, wo es sich versteckt, wie du es erkennst und worauf du bei der Auswahl achten kannst.

Was ist Mikroplastik in Kosmetik überhaupt?

Mikroplastik bezeichnet feste Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 Millimeter sind. In Kosmetikprodukten werden sie aus verschiedenen Gründen eingesetzt:

  • Als Schleifkörper in Peelings (sogenannte „Microbeads")
  • Als Füllstoff zur Texturverbesserung
  • Als Filmbildner in Make-up und Sonnenschutz
  • Zur Stabilisierung von Cremes und Lotionen

Das Problem: Diese Partikel sind biologisch nicht abbaubar. Sie gelangen über das Abwasser in Flüsse und Meere, wo sie sich über Jahrzehnte ansammeln und in die Nahrungskette gelangen können.

Wo versteckt sich Mikroplastik am häufigsten?

Mikroplastik ist nicht immer offensichtlich. Die häufigsten Fundorte:

Peelings und Scrubs – früher oft mit Polyethylen-Kügelchen als Schleifpartikel, mittlerweile in vielen Ländern eingeschränkt, aber nicht überall verboten.

Sonnencreme – manche wasserfeste Formulierungen nutzen Kunststoffpolymere zur Wasserresistenz.

Make-up – Foundation, Lippenstift und Mascara enthalten häufig filmbildende Kunststoffe für längeren Halt.

Duschgel und Shampoo – flüssige Kunststoffpolymere (sogenanntes „liquid microplastic") werden oft übersehen, weil sie keine festen Partikel sind, aber chemisch trotzdem zu Mikroplastik zählen.

Nagellack – enthält häufig Kunststoffharze, die ebenfalls in diese Kategorie fallen.

Wie erkennst du Mikroplastik in der Inhaltsstoffliste?

Mikroplastik versteckt sich oft unter unscheinbaren chemischen Bezeichnungen. Die wichtigsten Begriffe, auf die du achten kannst:

  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Nylon-12, Nylon-6
  • Acrylates Copolymer

Diese Begriffe stehen meist weit hinten in der Liste, da sie oft in geringer Konzentration eingesetzt werden – das macht sie leicht übersehbar.

Praktischer Tipp: Apps wie CodeCheck oder die INCI-Datenbank von Beat the Microbead helfen, Produkte schnell zu scannen, ohne jede Bezeichnung selbst nachschlagen zu müssen.

Ist Mikroplastik in der EU verboten?

Teilweise. Die EU hat 2023 eine Verordnung beschlossen, die den Einsatz von festem Mikroplastik in bestimmten Produktkategorien schrittweise einschränkt – mit langen Übergangsfristen bis in die 2030er-Jahre für manche Produktgruppen.

Wichtig dabei: Die Regelung betrifft vor allem feste Partikel. Flüssige oder gelartige Kunststoffpolymere sind von vielen Übergangsregelungen ausgenommen und tauchen in der öffentlichen Diskussion seltener auf, obwohl sie ebenfalls problematisch sein können.

Das bedeutet: Bis die vollständigen Verbote greifen, lohnt sich weiterhin der eigene Blick auf die Inhaltsstoffliste.

Welche Alternativen zu Mikroplastik gibt es?

Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen etablierte natürliche Alternativen, die ähnliche Funktionen erfüllen:

Für Peelings:

  • Zuckerkristalle
  • Salzkörner
  • Gemahlene Aprikosenkerne oder Walnussschalen
  • Bambuspulver

Für Textur und Stabilisierung:

  • Pflanzliche Wachse
  • Cellulose-basierte Verbindungen
  • Stärke aus Mais oder Kartoffel

Diese Alternativen sind biologisch abbaubar und erfüllen in modernen Formulierungen vergleichbare Funktionen wie ihre synthetischen Pendants.

Der FRESH scrub von RINGANA ist ein konkretes Beispiel: natürliche Peelingpartikel, ohne Mikroplastik, für Gesicht und Körper. RINGANA FRESH scrub: Erfahrungen und Einordnung

Was das praktisch für deine Routine bedeutet

  • Schau besonders bei Peelings und Scrubs genau hin – das ist die Produktkategorie mit dem höchsten Mikroplastik-Risiko
  • Nutze eine Scan-App, wenn dir das Nachschlagen einzelner INCI-Begriffe zu aufwendig ist
  • Bevorzuge Hersteller, die aktiv mit „mikroplastikfrei" werben und das auch erklären, statt es nur zu behaupten
  • Bedenke: Mikroplastikfrei bedeutet nicht automatisch frei von allen anderen Bedenkstoffen – es ist ein Kriterium von mehreren

Fazit

Mikroplastik in Kosmetik ist ein unterschätztes Thema, weil es sich oft hinter unauffälligen chemischen Namen versteckt statt offensichtlich erkennbar zu sein. Wer einmal weiß, worauf zu achten ist, kann es mit überschaubarem Aufwand vermeiden – ganz ohne auf Wirksamkeit oder Textur verzichten zu müssen.

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